Akne
Vulgaris
Akne - Akne vulgaris
Die Akne ist in den Industrienationen
die häufigste Hauterkrankung überhaupt. Fast jeder Mensch dort
hat schon darunter gelitten. Sie beginnt mit der Pubertät und
klingt mit dem dritten Lebensjahrzehnt meist wieder ab. Meist
sind Jungen stärker davon betroffen als Mädchen.
Man
unterscheidet drei Erscheinungsformen der Erkrankung, die auch
nebeneinander bestehen: die nicht entzündlichen Primäreffloreszenzen,
die sekundär entzündlichen Effloreszenzen und die tertiär nicht
mehr entzündlichen Effloreszenzen. Zunächst entstehen die Mitesser
(Komedo). Durch verstärkte Hornbildung werden die Ausführungsgänge
der Talgdrüsen erweitert (geschlossener Komedo) und die Haut kugelig
aufgeworfen. Unter Druck entleert sich der Inhalt wurstförmig.
Durch die Hornzellen entsteht ein Pfropf, der durch eingelagertes
Melanin einen schwarzen Punkt hat. Dazwischen befindet sich Talg,
Haarschäfte, Propionbakterien und Staphylokokkenbakterien. Die
Talgdrüsen dagegen verkümmern langsam. Schließlich kommt es durch
die Bakterien zur Entzündung. Es bilden sich eitergefüllte Bläschen,
so genannte Pusteln. Die Haarschäfte verursachen durch Fremdkörperreaktion
schmerzende Knoten. Bei ausgedehnter Entzündung sind sogar Abszesse
möglich. Man spricht von sekundären entzündlichen Effloreszenzen.
Durch
Manipulation an der entzündeten Haut und nach dem Abheilen der
Knoten können Narben zurückbleiben. Bei entsprechender Disposition
kann das Narbengewebe überschießend wachsen und zu einer erheblichen
Verdickung der Haut führen (Keloide). Es handelt sich um tertiäre
nicht entzündliche Effloreszenzen. Besonders betroffen sind das
Gesicht, der Hals mit Dekolleté, die Oberarme und der Rücken.
Je nachdem welche Effloreszenz überwiegt, unterscheidet man die
Acne comedonica, die Acne papulopustolosa und die Acne conglobata.
Letztere stellt die schwerste Form dar. Durch die schwere Entzündung
und Narbenbildung ist sie besonders psychisch belastend.
Bei
milder Akne werden meist Salben verwendet (Benzoylperoxid,
Tretinoin, Antibiotika). Bei schwereren Formen kommen eher orale
Antibiotika zum Einsatz. Bei Frauen kann auch eine bestimmte "Pille"
die Akne zur Abheilung bringen. Für schwerste Fälle bleibt das
Isotretinoin,
ein Vitamin A-Präperat, vorbehalten. Es stellt die wirksamste
Substanz bei der Bekämpfung der schweren Akne dar. Bei der Behandlung
muss man aber mit Nebenwirkungen rechnen. Außerdem ist es extrem
fruchtschädigend, es darf daher unter keinen Umständen während
einer Schwangerschaft gegeben werden. Nach Beendigung der Therapie
muss mindestens ein Monat lang, durch eine konsequente Empfängnisverhütung,
eine Schwangerschaft unbedingt vermieden werden. Manche Ärzte
halten diese offizielle Empfehlung für zu kurz und raten sogar
bis zu 6 Monaten von einer Schwangerschaft ab. Bis zum 25. Lebensjahr
heilt die Akne meist von selbst aus, bei Frauen kann sie jedoch
bis zum 40.Lebensjahr fortbestehen.
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